RARE CUTS From The Munich Electronic Underground Vol.1

12'' 33 RPM 6-Track EP / 300 Copies Green Vinyl Edition

im Vertrieb von Indigo / Disko B

previously unreleased tracks from:

Dompteur Mooner, STERIL, BELP, Living Room & Der Gelbe Raum

Six Tracks

  Seis pistas

 

   Sechs Schnitt

        Sechs Tricks

Spurenvergleich, Versteckspiel und Schnitzeljagd. Einmal über Los und der Logarithmus zieht durch:

Seltene Schnitte aus dem Münchner Untergrund. Fahrgast spielen hinter Glas. Das Herz dribbeln lassen. Eine Platte wie eine Taxifahrt.

Die sechs Tracks ergeben eine Strecke, die einer elektronischen Jazz Motorik folgen. Synergien aus Struktur und Chaos werden erfahrbar, mit jeweils unterschiedlichen Mitteln aus dem Handschuhfach gerüttelt.

 

Sebastian Schnitzenbaumer gründete vor gut einem Jahr die Schamoni Musik Abteilung der traditionsreichen Schamoni Film & Medien GmbH („Zur Sache Schätzchen“), nicht zuletzt um scheinbar Gegensätzliches in Vinyl aufzulösen. Im Fahrtwind der ersten Veröffentlichungen stellte er nun diese Abfolge zusammen: Ob seine Version von Munich Disco oder die Verschwörung alter Vorreiter – die elektronischen Zocker sind durchaus im Ballbesitz. Sie nehmen sich nur selber nicht so übertrieben ernst, nicht ernster als die Boxen erlauben. Was dem Ganzen zusätzliche Sympathiepunkte einbringt!

 

Der Starter klingt zunächst nach einer Betriebsanleitung zu einem italienischen Scheibenschneider für Mortadella mit Myrtenbeeren. Sehr feminines Industriedesign. Cool Acid Test. Die Myrte ist übrigens ein immergrüner Strauch, und immergrün ist auch das Vinyl dieser für Jockeys wie für Sammler gemachten Scheibe. BELP hatte einen „Vita Sica“ getauften Zwei Akkord Bop bereits auf der LODA LP ausgefahren. In dieser Version wird der 303 Bass von Sascha Luers Saxophon virtuos umtänzelt.

 

Auf Highhat House folgt Snare House: Im „Separee“ von Ingolf Schapkes LIVING ROOM klingelt klangelt ein Vibraphon zu einem Samba Boogaloo Bop aus dem Loopsequenzer. Offbeats sind so wichtig! Das erklärte uns schon Joachim-Ernst Berendt, dass wir rhythmisch zu zuckeln anfangen sobald unser Unterbewusstsein das Auseinanderfallen von Beat und Akzent „heilen“ möchte.

 

Computer Zerhacken in Schrottperformances, der Club le Bomb als Geburtsstätte des Electroclash, die Zombo Combo Kultpartys und ein Welthit mit Zombie Nation, die Slow Motion Cosmic Compilations für die Elaste Reihe von Compost – Stationen im Wirken von DOMPTEUR MOONER, dem hipsten Untergrundler oder untergründlichsten Hipster Münchens. Mit dem „Casablanca Animotions“ betitelten Mashup steuert er Cheerleader Choräle aus einem 80ies Popwurm samt Voguing Tarzan Disco bei. Hup Hup – Das Filetstück der Platte!

 

„Pump Up The Volumen“ liefert einen Nachschlag von BELP sowie die Klangbrücke zur Seite Zwei. Führt sich auf wie ein Raumschiff, das einem durch den Körper fährt. Eine Miniatur, die auch auf „Aquascalentes“ hätte Platz nehmen können. Jenes tiefenscharfe Hifi-Testbild, das als posthumer Soundtrack zu einem nie realisierten Film von Peter Schamoni konzipiert gewesen war.

Das „Cosmopolice Grandhotel“ von DER GELBE RAUM ist ein gänzlich von Hand gespieltes Thema, vermengt mit Samples von modifizierten Sprachaufnahmen. Das Interessante an diesem laidback verswingten kind of Blues ist, wie Sebastian Schnitzenbaumer und Dennis Gross, dessen REINHOLD WAGNER ORCHESTER eine Hörfahrt immer lohnt, hier in ein paar Atemzügen die restlichen Stücke der Platte variieren oder zufällig zu variieren scheinen. Kunst der Bricolage.

 

Nahtlos formt das Schlusslicht das Zwei Akkord Riff nach: „Dix Sept.“ von STERIL, einer wahrhaftigen Underground Ikone mit legendären Outputs auf DJ Hell’s Gigolo Records oder Mooner’s Erkrankung durch Musique Labels. Ehedem zwischen Techno, Electronic Body Music und – lokal verortet – den Sendling Boogie Breaks changierend, fährt STERIL einen mit dieser Nummer erstaunlich lasziv und lässig an. Und lässt uns vielleicht erahnen, in welche Richtung er sein kommendes Album entwickeln mag...

 

Bitte noch ein Schnitt! 

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