LeRoy: Bambadea

LEO4 | 12" Vinyl LP / digital
VÖ 02. Dezember 2016 (DE) / 13. Januar 2017 (World)

 

Written & produced by Leo Hopfinger, except Bambadea co-produced by Hometrainer. 

Picture on frontcover by Nana Dix.
Photo on backcover by Sophie Wanninger.
Layout by Gero Loferer.

 

A1  Quirly Stu

A2  Happened from the Void

A3  Exposure

A4  Advantage of Nothing

B1  Coral Girl

B2  Half the Way

B3  Bambadea

B4  The Village

Es ist erst ein Jahr her, dass Skläsh die Runde machte:

Das Debut-Album des Münchener Klangsurfers wurde in Trendmagazinen all over the place als elektrisierende Glücksspirale gefeiert, als Entdeckung einer unbekannten Umlaufgeschwindigkeit, einer neuen Wahrnehmungsebene von Zeit. Skläsh war (und ist) eine global denkende Musik- und Zeitmaschine, angetrieben von einer erfrischend renitenten Slackerigkeit.

Der Globus aber hat seitdem einige Kratzer dazubekommen, scheint binnen diesem einen Jahr um ein Vielfaches gealtert zu sein. Während LeRoy zu Winterspielen in Wien oder Sommerfestivals im U.K. eingeladen wurde, gab es ein Amokmünchen, ein Putschstambul, einen Brexit und einen Freitag, den 13ten Ba-ta-clan; kam unter viel Dampf und Druck eine auf rechts gerührte Stimmungssuppe von zweifellos giftiger Konsistenz zum Brodeln. Bambadea! So ist das neue Album in einem Spannungsfeld zwischen persönlicher Euphorie und europäischem Weltschmerz groß geworden.

Bambadea klingt ebenso niedergeschlagen wie sonnendurchflutet, paradox also, und darin schon subversiv: Diese Musik ist warm und cool, sexy und traurig, manchmal sogar high und depressiv. In diesem Sinne ist der Zeitlupenbolero von Advantage Of Nothing absolut Hardcore, eine Brian Wilsonsche Verstörung. Happy-Happy-Ding-Dong ist hier nur vordergründig.

Hintenrum hören wir durchweg einen Downbeat, ozeanisch und luftig zwischen den Zeilen schimmernd, eine Zeit in der Schwebe. Einen Zwischenraum, in dem ein synkopisch groovendes Geflecht derart dreidimensional klingt, dass die Musik von Skläsh als viereckig, fast linear und klobig in der Erinnerung verhallt. Erwachsen geworden? Nein, aber mehr als um ein Jahr gereift!

Das Auftaktstück Quirly Stu klingt nach Neil Youngs Gitarrenfingern beim Zigarettendrehen, im Anblick einer geteerten Trommel. Dann, in einem Atemzug, das Abbrennen als Vorgang, der die Beschäftigung mit dem Nichts und dem Nichtsein illustriert. Happened From the Void – einfach mal ein- und ausatmen, den Rauch in den meeresblauen Himmel pusten – und Love Is In the Air!

Atmosphärisch immer dichter, glauben unsere Ohren Half the Way durch einen Tunnel hindurchzufahren. Am Ende die gedankliche Auflösung: Auch eine Flöte ist ein Tunnel – einer, durch den nichts als Luft fährt.

Während man beim Hören in der Sonne badet und seine Gedanken bettet, vernimmt man Geisterstimmen und Gesprächsfetzen in der Brandung. Ein Meeresgetümmel aus aquatischen Klängen leistet auch dem Coral Girl Gesellschaft. Es ist eben diese Vielschichtigkeit, die Bambadea weder zu einer verkünstelten, noch abgehobenen Arbeit macht: Pop als urzeitliches Geräuschgedächtnis. Alles vermischt sich in einem harmonischen Ostinato.

Der lautmalerische Umgang mit Sprache schaufelt einen Weg frei, der weit zurückgeht, in eine prähistorische Zeit, und entwirft gleichzeitig die Zukunft in unseren Ohren: Exposure. Als Alternative zum Englischen sich nicht mit einer Mehrsprachigkeit im Sinne eines Manu Chao zufriedengeben, sondern gleich eine Neue Sprache finden. Bambadea = Awopbopalubopalopbambum reloaded. Oder sehnt sich das Lied nach dem Bamba-Fluss, der tief im Süden, am Äquator durch Afrika fließt, dort wo man die MbamSprache spricht? Es ist so vieles! Es ist auch die Bambaria, ein Ausdruck aus der spanischen Kolonialzeit, ein Aufruf zum Sklavenaufstand.

Und die Ruine vom Cover? Wie der Eingang zu einer Höhle sieht sie aus, so kaputt ist sie. Von Nana Dix stammt diese Höhle mit der türkisgrünen Unterwasserwelt im Inneren, aus dem LeRoys Lautmalereien zu uns dringen. Wie aus Trümmern erbaut steht am Ende der Platte ein neues The Village – ein Versprechen auf eine neue Welt. Oder ist es eine neue Welle? Hört mal rein!

Pacifico Boy (Das weiße Pferd) 


Preis: LP 16,99 EUR

 

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