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Theo Hinz, Horst Wendtland und Peter Schamoni beim Berlinale-Preis 1966 für "Schonzeit für Füchse"



Schonzeit für Füchse

1965 - 88 Minuten

REGIE: Peter Schamoni
DREHBUCH: Peter Schamoni / Günter Seuren
KAMERA: Jost Vacano
SCHNITT: Heidi Rente
MUSIK: Hans Posegga
PRODUZENT: Peter Schamoni
VERLEIH: ATLAS-Filmverleih
mit: Helmut Förnbacher, Christian Doermer, Andrea Jonasson, Monika Peitsch, Edda Seippel, Nina Stepun, Willi Birgel, Alexander Golling, Hans Posegga, Helmut Hinzelmann u.a.

  3 Deutsche Filmpreise 1966
Spezialpreis "Silberner Bär" Berlinale 1966
Goldener Palenque-Kopf - Acapulco 1966
Prädikat: besonders wertvoll

Pressezitat
FBW-Begründung, 18. Februar 1966, Alois Fink

Der Film erhielt einstimmig das höchste Prädikat. Er ist nach dem Roman "Das Gatter" von Günter Seuren formal mit größter innerer Konsequenz durchgeführt. Der besondere psychologische Realismus ergibt sich daraus, daß die jungen Männer ihre Lage durchschauen. Es sind nicht mehr die "zornigen" jungen Männer, es gibt keine Rebellion, keine Auflehnung, keinen Protest, nicht einmal Kritik. Der Versuch, durch die Teilnahme an einer Treibjagd wenigstens wieder einige Emotionen der vergangenen Kindheit oder Jugend wiederzufinden, scheitert kläglich. Gerade diese Jagd wird zum Zeichen und Mittel einer illusionslosen Bestandsaufnahme...
Die Jagd konfrontiert nicht nur mit der Generation der Väter, mit der Generation des Krieges, weist nicht nur auf atavistische Momente hin, sie deutet vor allem eine erschreckende Parallele zur Existenz der jungen Menschen an: Im Gatter werden die Tiere herangezüchtet und gehegt und dann zum Zwecke des Gejagt-und Getötetwerdens in eine kurze und falsche Freiheit entlassen. Es ist eine Jagd nicht in einem ursprünglichen und echten Sinn, also eine für den Menschen notwendige Jagd, nicht einmal ein Spiel oder nur Sport, sondern Zeichen für einen gesellschaftlichen Standard, der dekorativ zur Schau gestellt wird.
Der Film ist nicht anklägerisch, er ist auch nicht einfach traurig, weil er nirgendwo, nicht in der Erzählung, nicht in den Reflexionen und der Fülle seiner Assoziationen, nicht in der Fotografie und nicht bei den hervorragenden Schauspielern irgendwelche Sentimentalität aufkommen läßt.
Bemerkenswert, wie - vielleicht ungewollt - hinter dem unerbittlichen Spiegel dieser Zustandsschilderung eine unterdrückte Hoffnung schimmert, eine gleichsam gedrosselte Poesie.

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